Studium abgebrochen und was jetzt? Hallo Leidenschaft!? – Interview mit Cora M. Jennissen

Cora und ihr Pferd Chacca

Von der klaren Karriere, hin zu: Studium abgebrochen und begonnen die Leidenschaft in jungen Jahren zu finden und zu verfolgen!

Intro und Vorstellung

Christoph: Hey und herzlich Willkommen zu dieser Folge vom Berufsdurchstarter Podcast. Ich bin Christoph. Und in dieser Folge habe ich mir jemanden an die Seite geholt: Cora M. Jennissen. Cora arbeitet auf freiberuflicher Basis als Tier – & Unternehmensfotografin und studiert nebenbei Medieninformatik. In diesem Beriech fühlt sie sich komplett erfüllt, da es ihre Leidenschaft ist. Bevor sie zu diesem Weg fand, verfolgte sie einen ganz anderen Weg – einen Weg, der sie nicht ganz erfüllte. Was das war, wie sie ihre Leidenschaft fand und warum sie sogar ihr Studium abgebrochen hat, das verrät sie uns in diesem Interview. Liebe Cora, herzlich Willkommen hier im Podcast!

Cora: Hallo Christoph! Danke für die Einladung.

Christoph: Bevor wir starten, möchte ich noch kurz darauf eingehen, wie wir uns kennengelernt haben: Vor einigen Wochen habe ich ein Video von Cora auf TikTok gesehen, wo sie zeigst, wie ihre berufliche Entwicklung aussah. Dieses Video fand ich so interessant, dass ich sie auf Instagram anschrieb und fragte, wie es dazu kam. Nach einer sehr ausführlichen Antwort von ihr, wusste ich, dass sie perfekt in diesen Podcast passt.

 

Cora, wie bist Du das Thema "berufliche Orientierung nach der Schulzeit" angegangen?

Cora: Ich mache die Story erstmal kurz. Ich habe im Abi überlegt, was ich machen möchte. Ich war mir aber überhaupt nicht sicher. Ich wusste aber, dass ich gute Noten habe, gut in Mathe bin und das Ganze ohne viel zu machen. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass ich etwas „anspruchsvolles“ machen muss. Obwohl ich allerdings immer gerne fotografiert und designt hatte, hatte ich mich dazu entschieden in die Wirtschaftsrichtung zu gehen und eine Ausbildung bei der Deutschen Bank zu machen – um mir zu dem auch einfach Zeit zu schaffen, weil ich überlegte, ob ich BWL oder Jura studieren soll. Und da man ja sagt „Kindchen mach eine Ausbildung, dann hast erstmal was in der Tasche“, bin ich dann bei der Deutschen Bank gelandet.
Die Ausbildung bei der Deutschen Bank war wirklich sehr gut! In dieser Zeit und in der Berufsschule, hab ich gemerkt, dass ich total viel Spaß an Controlling und Finanzen habe. Dementsprechend habe ich mich dann für das BWL Studium entschieden. Diesen habe ich dann in Hamburg gemacht und diesen auch als Jahrgangsbeste abgeschlossen, weil ich gerne den Master an der Uni Münster machen wollte.
Diesen Platz habe ich auch bekommen und studierte dann zwei bis drei Wochen, bis ich gemerkt hatte: „Nope, das ist nichts für mich!“. Danach schaute ich noch kurz in das Wirtschaftsingenieurwesen Studium rein, als ich mein erstes Studium abgebrochen hatte. Merkte aber auch dort schnell, dass mich das nicht weiterbringt.
Das führte dazu, dass ich 2020 im März/April mal wirklich ehrlich zu mir war, und mir eingestand, dass es so nicht weitergehen kann. Deswegen habe ich mich mit meinen Eltern zusammengesetzt und mich nach reifer Überlegung dazu entschieden meinen Studiengang nochmal zu wechseln, auf Medieninformatik. Gleichzeitig habe ich angefangen als Fotografin und Web-Designerin auf freiberuflicher Basis zu arbeiten.

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Warum hast Du eine Ausbildung bei der Deutschen Bank gemacht?

Ich wollte eine Ausbildung machen, die einigermaßen gut bezahlt wird, damit ich nicht nur „für´n Appel und´n Ei“ arbeiten muss. Dazu hat mein damaliger Freund auch BWL studiert und dadurch wurde ich dann auch in die Richtung gezogen. Natürlich ist es auch ein angesehener Beruf, was ich auch gut fand.

Wie schaust Du jetzt auf diese Zeit zurück? Glaubst Du, Du hast den falschen Beruf nach der Schule gewählt, weil Du Dein Studium abgebrochen hast?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin vielmehr sehr dankbar für die lehrreiche Zeit! Ich kann jetzt das ganze Gelernte sehr gut für meine Zeit als Freiberuflerin nutzen. Und wäre ich diesen Weg nicht gegangen, und stattdessen den des Designers, dann hätte ich vielleicht jetzt schon den Kaffee auf und keine Lust mehr drauf. Wer weiß das schon? Mir machte es, wie schon gesagt, ja auch sehr viel Spaß in diesem Bereich zu arbeiten – aber nur zu 80%.

Wie war es für Dich, als Du gemerkt hast, dass Du Dein Studium abbrechen möchtest?

Das war schon ein bisschen komisch und schwer mir das Einzugestehen, dass man gerade auf etwas stark und lange hingearbeitet hat und dass man dann da sitzt und sich denkt: Das war echt ein Reinfall. Aber ich hatte zum Ende meines Bachelors mit der freiberuflichen Fotografie bereits angefangen. Im Master dann allerdings zu sitzen mit den Gedanken „Hey, Du hast da etwas gefunden, was Dir viel mehr Spaß macht“ war nicht leicht. An dieser Stelle muss ich meinen Eltern danken, die mich mit jeder Schnapsidee, die ich habe, unterstützen, mir immer weiterhelfen und zur Seite stehen.

In sofern war es am Ende natürlich hart, als ich mein Studium abgebrochen haben, aber mein Umfeld hat es mir leichter gemacht.

War es leicht Deinen Eltern zu sagen, dass Du Deinen Studium abbrechen möchtest?

Zu Beginn war es schon schwer! Ich habe aber ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Das heißt, dass ich sehr offen mit ihnen sprechen kann – wofür ich sehr dankbar bin. Weil ich weiß, dass es in anderen Familien anderes aussieht. Am Ende bin ich sehr froh darüber, dass ich das Gespräch gesucht und mich mit ihnen zusammengesetzt habe.

Als mein Entschluss feststand und ich zu Medieninformatik wechseln wollte, habe ich sogar eine PowerPoint Präsentation erstellt. Davor habe ich mir Ratgeber durchgelesen, wie man seine Leidenschaft findet, und bin das Ganze sehr strukturiert angegangen. Ich habe das meinen Eltern dann präsentiert und ihnen gesagt, wie meine Pläne sind, nachdem ich das Studium abgebrochen habe, warum Medieninformatik das Richtige für mich ist und ihnen auf einer emotionalen Ebene gezeigt, dass das meine Leidenschaft ist. Davon waren meine Eltern dann auch sehr schnell von überzeugt. 

War es Dir wichtig, dass Deine Eltern hinter Dir stehen?

100%ig! Ich will nicht sagen, dass ich sonst mein Studium nicht abgebrochen hätte. Aber ich wollte sie unbedingt davon überzeugen und sie ins Boot holen.

Die eigene Leidenschaft finden, wie bist Du das Thema angegangen?

Da ich mit dem Fotografieren nie aufgehört hatte, war es früh klar. Ich hatte meine erste Kamera ungefähr mit 12 Jahren in der Hand und hatte einfach mal wild drauf losgelegt. Alles Begann damit, dass wir eine Pferdezucht hatten und als kleines Pferdemädchen möchtest Du natürlich auch schöne Fotos von Deinen Pferden haben. Zwischendurch bemerkte ich dann, dass das ein oder andere Bild doch ganz gut geworden war. In dem Moment war mein Ehrgeiz geweckt und ich wollte einfach besser werden. Zu sagen, dass ich das mal hauptberuflich mache, kam mir nicht in den Sinn. Während der Schulzeit und des Bachelors war die Fotografie nämlich nur ein Ausgleich und ein Hobby für mich. Eines Tages kamen dann aber eine Bekannte auf mich zu und fragte, was ich denn für ein Fotoshooting nehme. Meine erste Antwort war, dass ich doch nur Hobbyfotografin bin und keine Preise nehme. Ich ließ das Ganze aber einfach mal auf mich zu kommen und entschied mich dann spontan es einfach mal auf freiberuflicher Basis auszuprobieren. Ja, und das ist dann in den letzten Jahren ein bisschen eskaliert.

Irgendwann kam dann dazu, dass ich meine Webseite selbst gestaltet habe für die Fotografie, die Webseite unseres Pferdehofs und die eines befreundeten Restaurants. Da dachte ich mir dann, dass ich das in mein Portfolio mit aufnehmen kann, um einfach breiter aufgestellt zu sein. Das geht soweit, dass ich seit diesem Jahr neben Werbe- und Tierfotografie auch Logo-, Print- und Webdesign anbiete. Corona hat es zu dem auch nochmal gezeigt, dass jeder eine Webseite braucht. Und so wie bei allem, was ich bis jetzt gemacht habe, habe ich gesagt: „Ja, komm mach ich einfach mal“. Genauso ist es damit, dass ich inzwischen auch Coachings im Bereich Fotografie anbiete. Einfach weil es mir Spaß macht. Ich habe zwar noch keine Ahnung, wo das alles hinführen wird, aber ich habe gerade Spaß daran und bin gespannt, was auf mich zu kommt.

Und so lange ich noch komplett ungebunden bin, keine Kinder oder sonstige Verpflichtungen habe, ist es gut diese Flexibilität zu nutzen. Sollte ich dann nach drei Jahren feststellen, dass es einfach nichts wird, dann lass ich es einfach wieder.

Kein Spaß am Studium, wenn das jemand denkt, sollte er sich dann nochmal Fragen: Welcher Beruf passt zu mir?

Ja, auf jeden Fall! Davon bin ich total überzeugt. Ich finde nämlich, dass man nur einen Beitrag und gute Arbeit leisten kann, wenn man das wirklich liebt, was man macht. Du solltest jetzt aber nicht alle Zelte direkt abbrennen, sondern Dich mal fragen, was macht mir wirklich Spaß macht, was hat mir als kleines Kind wirklich Spaß gemacht oder was mache ich gerne in meiner Freizeit.

Ein Buch, welches mir damals sehr geholfen hat, war das Buch von Barbara Sher „Du musst Dich nicht entscheiden, wenn Du tausend Träume hast“.*

Eins der größten Probleme war einfach, dass ich mich nicht entscheiden konnte, was das Richtig für war. Ich bin nämlich ein Menschen, den alles interessiert. Sei es jetzt der BWL-Kram oder das Kreative. Zudem gefällt es mir andere im Bereich Fotografie zu coachen und ihnen damit helfen zu können. 

"Was soll ich nur machen?", wie lange hast Du gebraucht, um Dich zu entscheiden?

Das hat einige Wochen gedauert und diese Zeit habe ich auch gebraucht. Von heute auf morgen hätte ich das nicht entscheiden können. Ich habe mir zwar einerseits die Zeit genommen, habe mir aber auch einen leichten Druck gemacht, damit ich das Thema für mich löse. Diesen Plan habe ich entworfen, bevor ich mein Studium abgebrochen habe!

Das Thema bin ich sehr strukturiert angegangen, was mir selbst auch Sicherheit gegeben hat. In der Vergangenheit habe ich Entscheidung gerne einfach aus dem Impuls entschieden, was ich später dann schnell wieder bereut habe. Diesmal wollte ich zu erst einen klaren Plan haben und für mich wissen, ob es das jetzt wirklich für mich ist und ob es auch Zukunft hat.

Wenn Du jetzt auf die letzten Jahren zurück schaust, was würdest Du Deinem jüngeren Ich mit auf dem Weg geben?

Schwierige Frage. Eine Sache, die mir jetzt spontan einfällt: Knüpf mehr Kontakte! Vitamin B ist eins der Wichtigsten Dinge. Wenn Du andere Leute kennst, dann ergeben sich Möglichkeiten, die Du Dir gar nicht ausmalen kannst. Es müssen auch nicht alle Kontakte zu Kunden werden. Viele meiner Kontakte sind inzwischen einfach sehr gute Freunde von mir geworden.

Lese mehr über das Thema Netzwerken in einem anderen Blog-Artikel.

Ziele setzen, darüber haben wir noch nicht besprochen. Machst Du das?

Das lasse ich gerne auf mich zu kommen. Aus der Vergangenheit habe ich für mich gelernt, dass das am Besten funktioniert. Ich konzentriere mich jetzt erstmal auf mein Studium und  schaue dann, wie sich alles entwickelt hat und was ich als Nächstes mache.

Möchtest Du zum Ende unseren Zuhörern noch etwas mit auf den Weg geben? Wenn ja, was wäre es?

Ja, gerne! Es ist ein Tipp, den ich wirklich jedem gerne gebe: Hör nie auf zu lernen. Bleibe neugierig, nimm so viel auf, wie es geht und probier Dich aus.

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